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Wie wir mit KI ein maßgeschneidertes Joomla-Modul entwickelt haben

Ein Praxisbericht aus dem Agentur-Alltag – über die richtige Frage, drei Iterationen und warum KI kein Autopilot ist.
Sigrid Gramlinger
24. März 2026

Das Problem: Zahlen, die sich verstecken

Eine Kundin organisiert eine mehrtägige Veranstaltung mit verschiedenen Tickettypen – Tagestickets, Mittagessen, Dinner. Die Buchungen laufen über Eventbooking von Joomdonation, eine Erweiterung, die wir bei vielen Kund:innen einsetzen und die das zuverlässig abwickelt.

Nur: Wie viele Plätze sind noch frei? Wie verteilen sich die Anmeldungen auf die einzelnen Tickettypen? Diese Information war im Joomla-Backend nicht auf einen Blick sichtbar. Standardmäßig zeigt Eventbooking die Tickettypen in der Eventliste nicht an. Wer die Zahlen sehen wollte, musste sich durchklicken – oder einen Excel-Export machen und die Daten dort manuell aufbereiten.

Für eine Veranstaltung mit 180 Plätzen und laufenden Anmeldungen ist das keine brauchbare Lösung. Die Kundin braucht die Übersicht sofort, nicht nach fünf Klicks.

Die Lösung: Ein Dashboard-Modul, das zeigt, was zählt

Wir haben ein individuelles Backend-Modul für das Joomla-Dashboard entwickelt. Es zeigt auf einen Blick: Tickettyp, Kapazität, Anmeldestatus – farblich kodiert – und verfügbare Plätze.

Screenshot Joomla Modul mit TabelleAlle Tickettypen, Kapazitäten und Buchungsstände auf einen Blick – direkt im Joomla-Backend. (anonymisiertes Beispiel)

Wichtig war uns dabei nicht nur die Anzeige, sondern auch die Usability: Der direkte Link zur Teilnehmer:innen-Liste ist integriert, damit die Kundin bei Bedarf sofort in die Details springen kann. Außerdem ist das Modul konfigurierbar – es lässt sich einstellen, welche Informationen angezeigt werden und welche nicht. Nicht jede Veranstaltung hat dieselben Anforderungen, und ein gutes Backend-Modul bildet das ab.

Weil wir Eventbooking bei vielen Projekten einsetzen, ist das Modul kein Einzelstück. Es lässt sich für andere Kund:innen und Veranstaltungen wiederverwenden.

Was die KI gemacht hat – und was nicht

Technisch war die Aufgabe überschaubar:

  • ein Joomla-Backend-Modul,
  • ein paar Datenbankabfragen,
  • ein ansprechendes Design im Dashboard.

Den Code haben wir mit Claude generiert, lokal geprüft, getestet und dann auf der Live-Seite installiert.

Hat beim ersten Mal alles gepasst? Nein.

Nach der ersten Schleife wurden falsche Zahlen angezeigt – die Datenbankabfragen haben nicht sauber zwischen den Tickettypen unterschieden. In der zweiten Runde fehlte der Link zur Teilnehmer:innen-Liste, ein Detail, das für die tägliche Arbeit aber entscheidend ist, und die Zahlen waren immer noch nicht ganz korrekt. Erst in der dritten Korrekturschleife hat die Ansicht gut gepasst.

Und genau das ist der Punkt: KI liefert schnell einen Entwurf. Aber ob die richtigen Zahlen aus der richtigen Datenbanktabelle kommen, ob die Usability stimmt, ob das Modul sich sinnvoll konfigurieren lässt – das entscheidet nicht die KI. Das entscheidet die Person, die weiß, wie Eventbooking intern funktioniert, wie Joomla-Module aufgebaut sind und was die Kundin im Arbeitsalltag wirklich braucht.

KI ist ein Werkzeug. Ein sehr gutes sogar. Aber ein Werkzeug, das man beherrschen muss. Die Erfahrung zu wissen, welche Frage man stellt, welche Architektur passt und wann ein Ergebnis „fertig" ist – die steckt nicht im Prompt, sondern in jahrelanger Praxis. (Wahrscheinlich wird die KI auch Teile davon noch ablösen, aber vorerst noch nicht).

Was das für Sie bedeutet

Individuelle Anpassungen am Joomla-Backend sind kein Luxus – sie sparen im Alltag viel Zeit. Und KI-gestützte Entwicklung macht solche Lösungen schneller umsetzbar. Nicht weil „alles billig" wird, sondern weil gezielte Verbesserungen jetzt realisierbar sind, die vorher im Verhältnis zu aufwändig gewesen wären.

  • Ein Dashboard-Modul, das genau die Zahlen zeigt, die Sie brauchen.
  • Eine Ansicht, die Ihnen fünf Klicks pro Tag spart.
  • Eine Erweiterung, die sich an Ihre Prozesse anpasst statt umgekehrt.

Joomla bietet durch seine modulare Architektur genau die Voraussetzung, solche Backend-Anpassungen sauber und nachhaltig umzusetzen.

Unser Fazit

KI verändert nicht, was wir tun – sondern wie effizient wir es umsetzen können. Die Kombination aus Joomla-Erfahrung, dem Verständnis für Erweiterungen wie Eventbooking und KI als Entwicklungswerkzeug macht uns produktiver. Und das kommt direkt bei unseren Kund:innen an – in Form von Lösungen, die vorher nicht im Budget gelegen wären.


Sie nutzen Eventbooking oder eine andere Joomla-Erweiterung und wünschen sich eine Anpassung, die Ihren Arbeitsalltag vereinfacht? Sprechen Sie uns an.


Übrigens: 2023 haben wir in unserem Blog über die Zukunft von KI in Websites geschrieben. Drei Jahre später ist KI fester Bestandteil unseres Entwicklungsalltags – nicht als Ersatz für Erfahrung, sondern als Verstärker.