Joomla 6.2: Was das Update für Sie bringt
Zusammenfassung
Joomla 6.2 unterstützt bei der Wartung und Pflege Ihrer Website. Die wichtigsten Neuerungen betreffen die Kennzeichnung von Sicherheitsupdates für Erweiterungen, eine Anmeldung beim E-Mail-Anbieter ohne gespeichertes Passwort und einen besser eingebundenen Editor. War auf Joomla 6.1.4 das automatische Update aktiv, ist Ihre Website bereits von selbst auf Joomla 6.2 umgestiegen.
- Sicherheitsupdates erkennen – Entwickler:innen können Erweiterungs-Updates mit einem Schweregrad von „Keine“ bis „Kritisch“ kennzeichnen. Joomla hebt sie im Dashboard hervor.
- E-Mail ohne gespeichertes Passwort – Über XOAuth2 meldet sich Joomla bei Diensten wie Microsoft 365 oder Google Workspace an, statt das SMTP-Passwort zu speichern.
- Schneller pflegen – Medienmanager, Link-Auswahl und „Weiterlesen“-Schaltfläche sind direkt im Editor erreichbar.
- Automatisch aktualisiert – Minor-Updates wie dieses kommen bei aktivierter Funktion von selbst. Der Wechsel von Joomla 5 auf 6 bleibt ein geplanter, manueller Schritt.

Was ist neu in Joomla 6.2?
Joomla 6.2 ist eine Minor-Version, also ein Ausbau innerhalb der Joomla-6-Reihe. Sie bringt neue Funktionen sowie Sicherheits- und Code-Verbesserungen. Dahinter stehen mehr als 130 Pull-Requests, also einzelne Code-Beiträge, von Freiwilligen aus aller Welt: Entwickler:innen, Tester:innen, Übersetzer:innen und Autor:innen der Dokumentation. Betreut haben die Version die Release Manager:innen Viviana Menzel und Martin Kopp.
Die vollständige Änderungsliste ist lang und vor allem für Entwickler:innen interessant. Ein Beispiel: Die Asset-Pipeline für JavaScript und CSS wurde grundlegend neu organisiert. Für Ihre Website ist das unsichtbar, für alle, die Erweiterungen programmieren, ist es ein großer Schritt.
Ich habe die Neuerungen deshalb danach sortiert, was sie im Betrieb Ihrer Website ändern.
Was Joomla 6.2 im Alltag ändert
1. Sicherheitsupdates für Erweiterungen auf einen Blick
Eine Joomla-Website besteht selten nur aus dem Joomla-Core. Formulare, Shop, Galerie oder Newsletter kommen meist als Erweiterungen dazu, und jede davon bekommt eigene Updates. In der Update-Übersicht sah ein kleines Funktionsupdate bisher genauso aus wie ein dringender Sicherheitsfix.
Neu ist jetzt: Entwickler:innen können ein Update als Sicherheitsupdate kennzeichnen, mit einem Schweregrad von „Keine“ bis „Kritisch“. Joomla hebt diese Updates unter System → Update → Erweiterungen und auf dem Schnellzugriffssymbol im Dashboard hervor.
Für Sie bedeutet das: Sie oder Ihre Agentur sehen sofort, was heute eingespielt werden sollte und was bis zum nächsten Wartungstermin Zeit hat.
Apropos Erweiterungen: Kennen Sie schon unser Security Radar? Dort fassen wir zusammen welche Joomla-Erweiterungen von bekannten Sicherheitslücken betroffen sind.
2. E-Mail-Versand ohne gespeichertes Passwort
Website verschicken laufend E-Mails: Anfragen aus dem Kontaktformular, Bestellbestätigungen, Links zum Zurücksetzen von Passwörtern. Dafür meldet sich Joomla per SMTP bei einem E-Mail-Postfach an. Das Passwort dieses Postfachs lag dafür bisher in der Joomla-Konfiguration.
Joomla 6.2 unterstützt XOAuth2, eine Anmeldung über den E-Mail-Anbieter. Joomla wird dort einmal autorisiert und erhält ein langlebiges Refresh-Token. Damit holt es sich bei Bedarf kurzlebige Zugriffstoken für den Versand. Vereinfacht gesagt: Statt eines Generalschlüssels liegt in der Website ein Ausweis, den der E-Mail-Anbieter ausgestellt hat. Besonders relevant ist das für Microsoft 365 und Google Workspace.
Für Sie bedeutet das: Das Passwort Ihres Postfachs muss nicht in der Website gespeichert sein. Das ist eine sensible Zugangsinformation weniger auf Ihrem Webserver. Die Umstellung kommt nicht automatisch mit dem Update, sie muss einmal manuell eingerichtet werden.
3. Schneller pflegen im Editor und im Backend
Wer Inhalte pflegt, arbeitet in Joomla meist mit dem Editor TinyMCE. Der ist jetzt enger mit Joomla verzahnt:
- Bilder einfügen – Die Bildauswahl öffnet direkt den Joomla-Medienmanager.
- Links setzen – Links zu Artikeln, Kontakten oder Menüpunkten wählen Sie über ein einheitliches Auswahlfenster.
- Teaser abgrenzen – Eine eigene Schaltfläche fügt die „Weiterlesen“-Linie ein.
- Einheitliche Regeln – Der Editor übernimmt jetzt die globalen Textfilter-Einstellungen von Joomla, statt eigene Standardwerte zu verwenden.
Im Backend hilft eine überarbeitete Hilfeseite, die zum Admin-Template Atum passt und leichter zu navigieren ist. In Auswahlfeldern mit Suche, etwa bei Modulpositionen, zeigen die Treffer ihre Gruppe an. Und im Anmeldemodul lassen sich die Links „Passwort vergessen?“ und „Benutzername vergessen?“ per Einstellung ausblenden. Dafür war bisher ein Template-Override nötig, also eine individuelle Anpassung der Ausgabe.
Für Sie bedeutet das: Ihr Team findet schneller, was es braucht. Und jede Einstellung, die ein Override ersetzt, ist ein Stück individueller Code weniger, das bei künftigen Updates mitgepflegt werden muss.
4. Mehr Gestaltungsspielraum mit Joomla-Bordmitteln
Vier kleinere Neuerungen geben Ihnen mehr Kontrolle darüber, wie Inhalte und Navigation aussehen:
- Bilder gezielt gestalten – Für Bilder in Einleitung und Volltext lassen sich getrennte CSS-Klassen vergeben: eine für das Bild selbst, eine für den umgebenden Rahmen.
- Unterkategorien mit Bild – Kategorielisten und Blogs können zu jeder Unterkategorie ein eigenes Bild anzeigen.
- Geplante Inhalte richtig darstellen – Kategorien, deren Artikel zeitgesteuert erst später erscheinen, werden korrekt angezeigt.
- Mehrstufige Menüs – Dropdown-Menüs mit mehreren Ebenen klappen im Standard-Menülayout zuverlässig auf.
Ist Joomla 6.2 ein automatisches Update?
War auf Ihrer Website unter Joomla 6.1.4 das automatische Update aktiviert, wurde sie automatisch auf Joomla 6.2.0 upgedated. Automatische Updates funktionieren seit Joomla 5.4 und 6.0 für Patch- und Minor-Versionen. Der Wechsel auf eine neue Hauptversion, etwa von Joomla 5 auf 6 oder später von 6 auf 7, ist ein manueller Schritt im Backend.
Ich empfehle nach jedem Update einen kurzen Check. Bei gut gewarteten Websites ist dieser in wenigen Minuten erledigt.
Diese Punkte können Sie selbst prüfen:
- Kommen Anfragen aus dem Kontaktformular und Bestätigungs-E-Mails wie gewohnt an?
- Sehen eingebettete Inhalte wie Videos, Karten oder Formular-Codes nach dem Speichern im Editor so aus wie vorher? Der Editor arbeitet jetzt mit den Textfiltern von Joomla.
- Zeigt Ihr Dashboard markierte Sicherheitsupdates für Erweiterungen an?
- Läuft Ihre Website auf Joomla 5? Dann gehört der Wechsel auf Joomla 6 in Ihre Planung - bei uns ist er im Wartungsvertrag inkludiert.
Wie wir solche Umstiege planen und begleiten, beschreiben wir auf der Seite Joomla Updates & Migration.
Was Joomla 6.2 nicht für Sie erledigt
Rund um Updates kursieren zwei Annahmen, die zu kurz greifen.
„Automatische Updates ersetzen die Wartung.“
Falsch, denn: Sie aktualisieren den Joomla-Core. Erweiterungen, Template und Inhalte brauchen weiterhin jemanden, der nach dem Update drauf schaut!
„Ohne Sicherheitsmarkierung ist ein Update unwichtig.“
Falsch, denn: Die Kennzeichnung setzen die Entwickler:innen der jeweiligen Erweiterung. Nutzen sie die Funktion nicht, sieht ein Sicherheitsupdate aus wie jedes andere. Die Sicherheitsmarkierung hilft beim Priorisieren. Regelmäßige Updates ersetzt sie nicht. Und: nicht alle Extension-Entwickler:innen zeigen transparent an, ob es ein Sicherheitsrelease ist - aus welchen Gründen auch immer...
Dazu kommt: Nicht jede Neuerung ist auf jeder Website sichtbar. Viele Websites nutzen ein Template mit eigener Menü- und Bilddarstellung, etwa YOOtheme Pro. Ob Sie die gestalterischen Verbesserungen nutzen können, hängt deshalb von Ihrem Template ab.
Mein Fazit
Joomla 6.2 macht die tägliche Arbeit spürbar leichter. Redaktionsteams pflegen Inhalte mit weniger Umwegen, wer über Microsoft 365 oder Google Workspace versendet, bekommt einen sichereren Weg für den Mailversand, und dringende Updates von Erweiterungen werden sichtbar. Genau so soll erwarte ich mir eine Minor-Version: Sie verbessert, was täglich gebraucht wird, und lässt alles laufen, was funktioniert. Alle sechs Monate kommt so ein Schritt, verlässlich und planbar.
Drei Fragen, die Sie für Ihre Website beantworten können sollten:
- Läuft Ihre Website auf Joomla 6.2, und hat nach dem Update jemand kurz nachgesehen?
- Verschickt Ihre Website E-Mails über Microsoft 365 oder Google Workspace? Dann lohnt sich ein Blick auf XOAuth2.
- Ist Ihre Website auf Joomla 5? Dann ist jetzt ein guter Zeitpunkt, den Umstieg einzuplanen.
Alle drei Fragen lassen sich mit wenig Aufwand klären!
Wenn Sie wissen möchten, wie Ihre Website zu Joomla 6.2 steht, schaue ich mir das gerne mit Ihnen gemeinsam an. Sprechen Sie mich an
Häufige Fragen zu Joomla 6.2
Ist das Update auf Joomla 6.2 notwendig?
Ja, für Websites auf Joomla 6 ist es der nächste Schritt innerhalb der Versionsreihe. Joomla 6.2 enthält neben neuen Funktionen auch Sicherheits- und Code-Verbesserungen. Bei aktivierten automatischen Updates wurde es von selbst eingespielt.
Ist Joomla 6.2 ein Sicherheitsupdate?
Nein. Version 6.2.0 enthält keine Sicherheitskorrekturen. Künftige Sicherheitsupdates für Joomla 6 erscheinen aber als 6.2.x, deshalb sollte Ihre Website zeitnah auf 6.2 wechseln.
Wird meine Website automatisch auf Joomla 6.2 aktualisiert?
Ja, wenn unter Joomla 6.1.4 automatische Updates aktiviert waren. Dann ist Ihre Website ohne Ihr Zutun auf 6.2.0 gewechselt. Ein kurzer Funktionstest danach ist trotzdem sinnvoll.
Kann ich von Joomla 5 per automatischem Update auf Joomla 6.2 wechseln?
Nein. Automatische Updates gelten für Patch- und Minor-Versionen. Der Wechsel von Joomla 5.4 auf Joomla 6 erfolgt manuell im Backend oder über ein externes Tool.
Welche PHP-Version braucht Joomla 6.2?
Mindestens PHP 8.3, empfohlen ist PHP 8.4. Die Anforderungen sind identisch mit Joomla 6.1.
Muss ich für den E-Mail-Versand auf XOAuth2 umstellen?
Nicht zwingend. XOAuth2 ist in der neuen Version eine zusätzliche Möglichkeit, sich beim E-Mail-Anbieter anzumelden. Welche Anmeldeverfahren Microsoft 365 oder Google Workspace akzeptieren, legt der jeweilige Anbieter fest.
Was bedeutet der Name „Mwezi“?
„Mwezi“ ist Suaheli und bedeutet „Mond“. Nach Joomla 6.1 „Nyota“ - dem Stern - bleibt das Joomla-Projekt damit im 7. Himmel ;-)




