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Wer steckt hinter Joomla? Ein Blick in die Joomla-Community

Die Joomla-Community entwickelt ehrenamtlich, seit 2005. Wie das geht, was es für Ihre Investition bedeutet und wie sich die Gemeinschaft motiviert.
Sigrid Gramlinger
zuletzt aktualisiert: 14.09.2026

Zusammenfassung

Hinter Joomla steht keine Firma, sondern eine weltweite Gemeinschaft von Freiwilligen. Das System ist seit 2005 durchgehend verfügbar, wird von ehrenamtlichen Teams weiterentwickelt. Die Non-Profit-Organisation Open Source Matters hält den rechtlichen Rahmen. 

  • Kein Eigentümer – Joomla gehört der Non-Profit-Organisation Open Source Matters, nicht einem Konzern.
  • 147 gelistete Freiwillige – so viele Joomlers weist das offizielle Volunteers-Portal weltweit aus (Stand August 2026).
  • 4.882 Erweiterungen – veröffentlicht im Joomla Extensions Directory, dem offiziellen Verzeichnis (Stand August 2026).
  • Österreich ist mitten drin – mit Sigrid Gramlinger sitzt die webgras-Gründerin im Board von Open Source Matters.

 

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Warum die Community für Ihre Website zählt

Bei der Wahl für ein CMS entscheiden Sie zwei Dinge gleichzeitig: wie die Seite aussieht bzw. funktioniert – und wem Sie die Technik dahinter für die nächsten fünf bis zehn Jahre anvertrauen.

Bei kommerziellen Baukästen (Wix, Squarespace, Jimdo,...) liegen die Entscheidungen, was während dieser Jahre passiert, bei einem Unternehmen. Es kann Funktionen streichen, Preise anpassen, das Produkt verkaufen oder den Betrieb einstellen.

Bei einem lizenzfreien Open Source System wie Joomla liegen die Entscheidungen bei einer Gemeinschaft aus Entwickler:innen. Die Rechte am Joomla-Projekt hält die Non-Profit-Organisation Open Source Matters. Die Entwicklung selbst passiert in ehrenamtlichen Teams, die im Volunteers-Portal öffentlich dokumentiert sind. Das Projekt gehört niemandem allein. Kein Tech-Gigant, keine Aktien, dafür jede Menge spazialisiertes Know-how.

Bei Open Source kaufen Sie keine Software, sondern schließen sich einem Ökosystem an. Der entscheidende Punkt ist nicht der Preis, sondern dass niemand Ihnen den Zugang entziehen kann.

Wie groß der Marktanteil dieses Ökosystem ist, lässt sich nicht exakt beziffern. Open Source Matters benennt den Anteil auf rund 7 % aller Websites mit Content-Management-System. Für den laufenden Betrieb ist das aber ohnhin wertlos. Entscheidend ist: Wird das System zuverlässig mit Sicherheitsupdates versorgt, und gibt es Menschen, die es weiterentwickeln? Bei Joomla lautet die Antwort seit 2005 durchgehend ja – und 90 Millionen Downloads sind dafür das deutlichere Signal als jeder Prozentwert.

 


Was die Joomla-Community konkret leistet

1. Kern und Sicherheitsupdates

Die Weiterentwicklung des Kernsystems läuft über feste Teams – etwa das CMS Release Team und das Security Strike Team. Sicherheitslücken werden zentral gemeldet, bewertet und mit einem offiziellen Update samt Beschreibung veröffentlicht. Das ist der Teil der Arbeit, den Sie im Idealfall nie bemerken, weil er im Hintergrund funktioniert. Warum offener Quellcode dabei kein Sicherheitsrisiko, sondern ein Prüfmechanismus ist, haben wir in Ist Open Source sicher? ausführlich beschrieben.

2. Erweiterungen und Templates

Alles, was Ihre Website über die Grundfunktionen hinaus kann – Newsletter, Shop, Terminbuchung, Veranstaltungskalender – kommt meist aus dem Joomla Extensions Directory. Dort sind über 4.800 Erweiterungen veröffentlicht - geprüft von einem eigenen ehrenamtlichen Team. Sie sind bei einer Zusatzfunktion also nicht auf einen einzigen Anbieter oder halbseidene Quellen angewiesen. Fällt eine Erweiterung nach Jahren aus der Pflege, gibt es in der Regel Alternativen.

3. Standards, Sprachen und Barrierefreiheit

Barrierefreiheit und Mehrsprachigkeit sind in Joomla Kernthemen, keine kostenpflichtigen Zusatzmodule. Beides kommt aus der Joomla-Community: Übersetzungsteams pflegen die Sprachpakete, ein Accessibility-Team arbeitet an der Zugänglichkeit von Redaktionsoberfläche und Ausgabe. Für österreichische Verbände, NGOs und öffentlich finanzierte Einrichtungen ist das der praktisch relevanteste Punkt – weil die (meisten) Anforderungen bereits erfüllt sind.

Was die Gemeinschaft antreibt

Das Erstaunlichste an der Joomla-Community ist nicht der Code, sondern der Antrieb: Niemand wird dafür bezahlt, und trotzdem läuft es seit über zwanzig Jahren. Freiwillige schreiben die Dokumentation, andere übersetzen sie in dutzende Sprachen, das Community Magazine erscheint Monat für Monat, und auf den JoomlaDays gibt jemand sein Wissen weiter, der daran nichts verdient. Hä?

Diese Gemeinschaft feiert sich selbst – mit zwei Auszeichnungen, die unterschiedlich funktionieren:

Bei der Verleihung des J!Otto-Awards entscheidet eine Jury einmal pro Jahr, live am JoomlaDay, über die besten Joomla-Websites des Jahres. Wir haben den Preis mehrfach mit nach Klosterneuburg gebracht: zuletzt 2025 in der Kategorie "Große Webseiten" für www.neba.at mit den meisten Punkten aller Einreichungen.

Bei den J!Awards nominiert und entscheidet die Joomla-Community selbst. Eingereicht und abgestimmt wird von den Menschen, die täglich mit Joomla arbeiten – über Lieblings-Extension, Lieblings-Template, Lieblings-Hosting, bestes Website-Design und die beste neue Funktion in Joomla 6. Im Rahmen der Joomla World Conference 2026 sind wir heuer live bei der Abstimmung dabei. Sigrid Gramlinger spricht als Speakerin auf der Joomla World Conference 2026 über die Roadmap für Joomla 6, 7 und 8.

In einem Projekt, in dem niemand Gehalt bezieht, ist Anerkennung die Währung. Wer erlebt hat, dass die Community für seine Arbeit stimmt, pflegt seine Erweiterung auch im dritten Jahr weiter, lange nachdem der letzte Auftrag dafür bezahlt war. 


Was die Community nicht (aus)macht

"Open Source heißt kostenlos."
Die Lizenz ist kostenfrei, der Betrieb nicht. Hosting, Updates, Erweiterungen mit Support und die laufende Betreuung kosten Geld – die Ersparnis liegt bei den Lizenzgebühren, nicht beim Gesamtaufwand.

„Die Community macht den Support."
Foren und Dokumentation sind offen und hilfreich, aber niemand dort haftet für Ihre Website oder reagiert nach Ihrem Zeitplan. Für einen verbindlichen Ansprechpartner braucht es eine Agentur oder eigene IT.

„Der Markanteil eines CMS ist entscheidend."
Marktanteil und Versorgungssicherheit sind zwei verschiedene Dinge. Aussagekräftiger sind Release-Rhythmus, Sicherheitsupdates und die Größe des Freiwilligen-Pools.


3 Fragen an Ihr CMS

Sie müssen sich für die Joomla-Community nicht interessieren, um von ihr zu profitieren – aber es hilft, zu wissen, dass sie existiert, wenn Sie eine Technologie-Entscheidung treffen oder rechtfertigen müssen. Drei Fragen, die Sie an jedes System stellen können, das Ihnen jemand anbietet:

  • Wer hält die Rechte am System – ein Unternehmen, eine Stiftung, eine Non-Profit-Organisation?
  • Wie schnell und wie transparent werden Sicherheitslücken dort behandelt?
  • Wie viele unabhängige Dienstleister:innen können diese Website übernehmen, wenn wir uns trennen?

Die dritte Frage ist die unbequemste und die wichtigste. Bei Joomla lautet die Antwort: einige tausend weltweit.


Sie überlegen, welches System Ihr nächstes Website-Projekt ab besten trägt? Ich schaue mir das gerne mit Ihnen gemeinsam an – in einem kurzen, unverbindlichen Gespräch. Sprechen Sie mich an 


Häufige Fragen zur Joomla-Community

Wer entwickelt Joomla eigentlich?

Ehrenamtliche Teams weltweit, organisiert unter dem Dach der Non-Profit-Organisation Open Source Matters. Die Teams sind im offiziellen Volunteers-Portal (Home of the Joomlers) öffentlich gelistet. Dazu kommen Firmen und Agenturen, die Code, Übersetzungen oder Tests beisteuern.

Kann Joomla eingestellt werden?

Nicht durch eine einzelne Entscheidung. Weil der Code unter einer freien Lizenz steht und die Rechte bei einer Non-Profit-Organisation liegen, könnte selbst bei einem Rückzug der aktuellen Teams jede Gruppe die Entwicklung fortsetzen. Ein Projekt kann an Bedeutung verlieren – abgeschaltet werden kann es nicht.

Was bringt mir die Joomla Community konkret?

Updates erscheinen regelmäßig, Sicherheitslücken werden zentral behandelt, für Zusatzfunktionen gibt es mehrere Anbieter statt einem – und Sie finden Hilfe in Ihrer Sprache. Das offizielle Joomla-Forum hat einen eigenen deutschen Bereich. Verbindliche Reaktionszeiten bekommen Sie dort freilich nicht, aber auf die meisten Fragen gibt es eine dokumentierte Antwort.