Wie Sie Ihre KI-Sichtbarkeit erhöhen können
Sie ranken bei Google auf Seite eins. Und trotzdem: bei ChatGPT oder Perplexity taucht immer nur die Konkurrenz auf. Kein Zufall, sondern neue Spielregel.
Zusammenfassung
KI-Sichtbarkeit erhöhen Sie über drei Hebel, die zusammenwirken müssen. Die Grundvoraussetzung: technische Zugänglichkeit. Und: Keine einzelne Maßnahme ist ein Gamechanger. Das Zusammenspiel zählt – und es braucht Wochen bis Monate, bis sich das messbar zeigt.
- Struktur: Antworten Sie direkt im ersten Satz, nutzen Sie Frage-Überschriften, FAQ-Bereiche und Tabellen.
- Autorität & Entity-Konsistenz: Dieselben Fakten über Ihr Unternehmen müssen an möglichst vielen Stellen im Web übereinstimmen.
- Aktualität: Ein sichtbares, ehrliches Veröffentlichungsdatum signalisiert Vertrauenswürdigkeit.
Warum KI-Sichtbarkeit zählt
Lange Zeit galt: Wer bei Google gut sichtbar ist, taucht auch in den Antworten von ChatGPT und Perplexity auf. Diese Regel stimmt immer weniger. Kolportiert wird, dass die Überschneidung von rund 70 % auf unter 20 % gefallen sei. Belastbar nachprüfen lässt sich das kaum. Unsere Recherche zeigt, dass die Zahlen meist aus Marketing-Material einzelner GEO-Agenturen oder Tool-Anbietern abgeleitet sind, nicht aus unabhängiger Forschung. Was auffällt, ist die Tendenz:
KI-Systeme suchen sich ihre Belege zunehmend nach eigenen Kriterien – unabhängig von der Google-Position.
Österreich-Spezial: Warum Bing mitredet
In Österreich tratscht fast jeder mit dem gleichen LLM: ChatGPT hält rund 91 Prozent Marktanteil. Bei der klassischen Suche dominiert weiterhin Google mit über 86 Prozent, Bing folgt - weit abgeschlagen - als Nummer zwei. Diese Zahlen sagen nur, wer mit wem spricht, nicht, ob Sie in diesem Gespräch vorkommen. Warum ist das trotzdem interessant?
ChatGPT holt sich seine aktuellen Antworten größtenteils aus dem Bing-Index. Und weil ChatGPT in Österreich derart dominiert, kann ein gutes Ranking auf Bing Ihre KI-Sichtbarkeit erhöhen.
Das ändert nichts an den drei Hebeln aus dem nächsten Abschnitt. Auf die technische Checkliste gehört aber eine essenzielle Frage: Ist meine Website bei Bing überhaupt ordentlich gelistet?
3 Hebel, die Ihre KI-Sichtbarkeit erhöhen
Aus der wachsenden Zahl an Analysen zu diesem Thema kann man ein Muster ablesen, das sich auf drei Bereiche verdichten lässt.
1) Struktur
KI-Systeme bauen ihre Antworten aus Textbausteinen, die sie aus verschiedenen Quellen ziehen. Ein Absatz, der bereits wie eine fertige Antwort klingt, lässt sich leichter übernehmen als ein Text, der erst interpretiert werden muss. In der Fachsprache nennt sich das "Zitierfähigkeit".
Konkret bedeutet das für Ihre Website:
- Fragen direkt beantworten - Formulieren Sie zentrale Abschnitte so, dass der erste Satz bereits die Kernaussage liefert.
- Überschriften als Fragen formulieren - „Was kostet…?", „Wie funktioniert…?" – das entspricht direkt dem Muster, in dem Menschen KI-Systeme befragen.
- Fakten statt Marketingsprache - Ein Satz, ein überprüfbarer Fakt. Adjektive wie „innovativ" oder „führend" enthalten keine Information, die ein KI-System übernehmen kann.
- FAQ-Abschnitte einbauen - Frage-Antwort-Paare sind für KI-Systeme besonders leicht zu extrahieren, weil sie bereits im passenden Format vorliegen.
- Tabellen und Vergleiche nutzen, wo es inhaltlich Sinn ergibt – etwa bei Preisen, Leistungsumfängen oder Vor- und Nachteilen.
- Strukturierte Daten (Schema Markup) ergänzen - Auszeichnungen wie FAQPage, Article oder Organization helfen Suchmaschinen – und damit auch KI-Systemen – Ihre Inhalte korrekt einzuordnen.
Diese Struktur muss auch im rohen HTML-Code sichtbar sein. Viele KI-Crawler lesen Seiten sehr sparsam und ignorieren, was nicht sofort im Quelltext steht.
2) Autorität & Entity-Konsistenz
KI-Systeme bevorzugen Quellen, die sie als vertrauenswürdig einschätzen – und stehen daher auf Fakten, die an mehreren Stellen im Web bestätigt werden. Diese Bestätigung/Übereinstimmung von Fakten wird in der GEO-Fachsprache als "Entity-Konsistenz" bezeichnet, und sie gilt in mehreren Analysen als einer der am stärksten wirkenden Einzelfaktoren für KI-Sichtbarkeit – wichtiger als jede rein technische Optimierung.
Genau hier schließt sich der Kreis zu unserem Artikel über die Grounding Page: Eine stabile, faktische Ankerseite auf Ihrer eigenen Website hilft nur dann, wenn der Rest des Webs nicht widerspricht.
Autorität entsteht durch konsistente, wiederholte Fakten an mehreren unabhängigen Stellen – ergänzt durch Erwähnungen auf Drittseiten wie Branchenverzeichnissen, Bewertungsportalen oder in Fachmedien.
Das heißt in der Praxis: ein vollständiges Impressum, ein korrektes und konsistentes Unternehmensprofil in relevanten Verzeichnissen, sowie – wo möglich – Erwähnungen in Fachmedien oder durch Branchenpartner, die KI-Systeme als unabhängige Bestätigung werten. Kein Superlativ ersetzt diese Grundarbeit.
3) Aktualität
Der dritte Hebel wird oft unterschätzt: Wie erkennbar aktuell ist ein Inhalt? Ein sichtbares Veröffentlichungs- oder Aktualisierungsdatum ist ein einfaches, aber wirksames Signal. Perplexity etwa legt besonderen Wert auf Aktualität, weil es viele Antworten in Echtzeit aus dem Web zieht – veraltete oder undatierte Seiten werden seltener herangezogen.
Das bedeutet nicht, dass Sie ständig neue Artikel veröffentlichen müssen. Es bedeutet, dass bestehende, gut funktionierende Seiten regelmäßig überprüft und – wo nötig – mit sichtbarem Datum aktualisiert werden sollten. Eine Leistungsseite, die seit drei Jahren unverändert ist, verliert an Gewicht, selbst wenn der Inhalt stimmt.
Technische Grundlagen
Struktur und Autorität nützen nichts, wenn KI-Systeme Ihre Website gar nicht erst lesen können. Drei technische Grundfragen sollten Sie einmal prüfen:
- Dürfen relevante KI-Crawler meine Seite crawlen?
In der robots.txt sollten GPTBot (OpenAI), ClaudeBot, PerplexityBot und Google-Extended nicht blockiert sein. Häufiger als eine bewusste Sperre ist allerdings ein anderes Problem: Firewalls oder Bot-Schutzdienste, die Googlebot durchlassen, weniger bekannte KI-Crawler aber ausbremsen, ohne dass das irgendwo sichtbar auffällt. - Können die Crawler den Inhalt lesen?
Die meisten KI-Crawler führen kein JavaScript aus. Inhalte, die nur clientseitig gerendert werden, bleiben für sie unsichtbar. - Ist die Bedeutung der Seite klar?
Eine saubere, semantische HTML-Struktur und strukturierte Daten helfen dabei, Hauptinhalte von Navigation, Werbeflächen und anderem "Beiwerk" zu unterscheiden.
Diese drei Punkte gelten für jeden Crawler, nicht nur für KI-Systeme. Wer bereits technisch sauber für mehrere Suchmaschinen aufgestellt ist, hat einen Großteil davon bereits erledigt.
Was (noch) nicht hilft
Bei einem so neuen Thema kursieren viele vermeintliche Abkürzungen zum Erfolg. Zwei davon haben wir bereits in separaten Artikeln eingeordnet:
- Eine llms.txt-Datei allein bringt für die meisten Unternehmenswebsites keinen nachweisbaren Vorteil – kein großer KI-Anbieter hat bislang offiziell bestätigt, dass er sie für das Ranking nutzt.
(Anm. der Redaktion: In Bezug auf Agentic Browsing könnte es hier in Kürze eine Änderung geben) - Eine Grounding Page wirkt nur, wenn die Basis – Struktur, Autorität, Aktualität – bereits stimmt. Sie ist eine Ergänzung, kein Ersatz.
- Das reine Anhäufen von Keywords - Keyword-Stuffing ist in jeder Hinsicht Zeitverschwendung
Wie kann man KI-Sichtbarkeit messen
Klassische SEO-Kennzahlen wie Rankings oder Klickraten erfassen KI-Sichtbarkeit nur unvollständig, denn viele KI-Antworten führen gar nicht mehr zu einem Klick. Am einfachsten und ohne zusätzliche Tools lässt sich KI-Sichtbarkeit so beobachten:
- Promptbasierte Checks: Stellen Sie regelmäßig typische Fragen Ihrer Kund:innen an ChatGPT, Perplexity und Google – und prüfen Sie, ob und wie Ihr Unternehmen dabei vorkommt.
- Serverprotokolle prüfen: Tauchen GPTBot, ClaudeBot oder PerplexityBot überhaupt in Ihren Logfiles auf? Wenn nicht, deutet das auf ein technisches Zugänglichkeitsproblem hin, nicht auf ein inhaltliches.
Spezialisierte KI-Monitoring-Tools gibt es mittlerweile ebenfalls, sie lohnen sich aus unserer Sicht aber meist erst ab einer größeren Anzahl an Inhalten.
Ein realistischer Zeitrahmen
Nach strukturellen Änderungen an einer Website vergehen üblicherweise mehrere Wochen, bis Crawler die neuen Inhalte erfasst haben. Erste Effekte zeigen sich häufig zuerst bei Perplexity, das schneller aktualisiert als andere Systeme. ChatGPT und Google AI Overviews folgen meist mit einigem Abstand, und ein Effekt auf die Trainingsdaten selbst kann sich über mehrere Monate hinziehen. Ein Versprechen zu schnellen, garantierten Ergebnisse, lässt sich derzeit nicht seriös einlösen.
Für Sie bedeutet das
Es lohnt sich, die eigene Website einmal mit dieser Brille zu betrachten:
- Beantworten die wichtigsten Seiten tatsächlich konkrete Fragen?
- Stimmen die Fakten über Ihr Unternehmen an allen Stellen im Web überein?
- Ist erkennbar, wann eine Seite aktualisiert wurde (Preise, Leistungen, Zahlen,...)?
Bei allen Möglichkeiten eine Website für KI-Systeme zu optimieren, ist das die notwendige Basis und Mindestanforderung.
Sie haben Fragen zum Thema "KI-Sicherheit erhöhen" - Sprechen Sie uns gerne an.
Häufige Fragen
Reicht ein gutes Google-Ranking, um auch in ChatGPT und Perplexity sichtbar zu sein?
Nein, nicht mehr zuverlässig. Ein gutes Ranking durch professionelle Suchmaschinenoptimierung ist weiterhin eine sinnvolle Grundlage, aber KI-Systeme wählen ihre Quellen zunehmend nach eigenen Kriterien aus.
Ist KI-Sichtbarkeit dasselbe wie GEO?
GEO (Generative Engine Optimization) ist der Sammelbegriff für die Maßnahmen, mit denen Sie Ihre KI-Sichtbarkeit erhöhen. Manche Quellen verwenden auch die Begriffe AEO (Answer Engine Optimization) oder LLMO (Large Language Model Optimization) – gemeint ist in der Praxis fast immer dasselbe.
Muss ich für jede KI-Plattform eine eigene Strategie entwickeln?
Im Kern nicht. Struktur, Autorität und Aktualität wirken auf allen Systemen ähnlich. Es gibt kleinere Unterschiede in der Gewichtung (Perplexity etwa reagiert stärker auf Aktualität), aber eine solide Basis funktioniert plattformübergreifend.





